Businesstraining in Addis
Eine turbulente Woche liegt hinter mir. Wir haben ein Kleingewerbegründungstraining (Titel: Business as a Bridge, zu deutsch: Geschäft als Brücke) hier in Addis Abeba gehalten. Rund 20 Teilnehmer aus ländlichen Gebieten in Äthiopien nahmen am Training teil. Doch die Woche begann sehr spektakulär.... Am Tag vor dem Training ruf mich Waldemar morgens an und gab mir zu verstehen, dass die Lehrmateriallien verschwunden sind, da der Computer einen Virus hatte. Ich hatte die Schulungsunterlagen bereits 6 Wochen vor dem Training einem Überstezer gegeben der die Unterlagen in Oromo (zweitverbreitetste Sprache Äthiopiens) übersetzen sollte. Er hatte alles auf dem Computer und dann zerstörte der Virus die gesamten Unterlagen. Leider vergaß der Übersetzer, ein wirklich klasse Typ, ein Update zu machen.
Was soll man tun? Erstmal Ruhe bewahren und nicht duchdrehen!
Ich war selbst über mich überrascht, dass ich in dieser Situation einen kühlen Kopf bewahren konnte. In diesen Momenten ist eine gewisse afrikanische Gelassenheit, Gottvertrauen und ein klarer Kopf angesagt. So verteilten wir die Schulungsunterlagen (immerhin 43 Seiten) an 2 SIM Sekretärinnen und 2 Schreibkräfte in der Stadt (so was gibts hier noch ;-).
Die teilten die Arbeit unter sich auf und schrieben den übersetzten handgeschriebenen Text ab. Da aber aber unsere fleißigen
Schreibhilfen kein Oromo sprechen (wie kaum einer in Addis), mussten wir (ich und der Übersetzer) die abgeschriebenen Texte nocheinmal Korrektur lesen. Doch am Abend war dann der Strom weg, so dass wir erst am frühen Morgen die Unterlagen für den ersten Tag zusammen hatten. Während ich zum Training fuhr, gab Dessalegn (unser äthiopischer Mitarbeiter) die Unterlagen in den Druck. Die erste Lehreinheit konnte ich noch ohne Materiallien durchziehen....gegen 11 uhr waren dann die Unterlagen da. Wow....puhhhh! Danke Gott!
Das Training an sich lief wirklich spitze! Die Teilnehmer waren begeistert dabei und hatten auch die nötige Aufnahmefähigkeit.
Für Sie war die "business principles" total neu. Motiviert dass es dafür eine ganz klare biblische Grundlage gibt (siehe "Paulus")
und dass die Bibel sogar Ratschläge gibt wie man ein Geschäft zu führen hat (siehe "Sprüche"), folgten sie aufmerksam der Schulung. Die Begeiterung und Freunde die ich aus den Kommentaren und den Gesprächen mit den Teilnehmern raushören konnte, waren für mich eine wunderbare Bestätigung für diese Arbeit.
Neben grundsätzlichen Themen wie Buchhaltung, Marketing und Finanzieung (dem Niveau des Landes angepasst) wollten wir vor allem den Teilnehmern aufzeigen, dass besonders in den ländlichen Gegenden, in denen Sie leben, ein Geschäft oft die beste Möglichkeit ist, auf die Gesellschaft proaktiv und positiv einzuwirken.
Diese Idee haben die Teilnehmer verinnerlicht und gingen motiviert mit einem "Business plan" in ihre Gegenden zurück.
In den nächsten Wochen werden wir überlegen, wie wir die Geschäftsideen der Begünstigten effektiv unterstützen. Leider hatte ich während des Trainings Kopfweh. Aber mit Aspirirn ging es tagsüber. Abends bin ich dann sehr müde und erschöpft ins
Bett gefallen. Aber ich konnte das gesamte Training halten und fühlte mich ordentlich während des Lehrens.
Am Wochenende nach dem Training bekam ich sehr starke Kopfschmerzen. Ich hatte in meinem gesamten Leben noch nie so starke Schmerzen im Kopf. Wie ein Hammer schlug es gegen meinen Schädel. Aufgrund einer Erkältung die ich eine Woche zuvor hatte, meinte der Arzt, es handelt sich um einen starken Sinusinfekt. Also gilt es jetzt erstmal sich auszukurrieren...
